01
Okt

Plastikschnee & Co – Wie tief geht die Verunreinigung mit Mikroplastik?

In unserem neuen Blogeintrag möchten wir Dich darüber informieren, in welchen Produkten Mikroplastik häufig vorkommt und wo in der Umwelt man die kleinen Partikel mittlerweile schon entdeckt hat.

Kurz & Knapp – Das ist Mikroplastik

Beinahe unsichtbar und doch mittlerweile allgegenwärtig. Mit Mikroplastik sind winzig kleine Kunststoffpartikel gemeint, auch Polymere genannt. Sie sind kleiner als 5 Millimeter und werden zum Teil extra produziert (primäres Mikroplastik) oder entstehen bei dem Zerfall von größeren Plastikpartikeln (sekundäres Mikroplastik). (bund.net)

Mehr über Mikroplastik erfährst Du hier.

Hier versteckt sich Mikroplastik

Mikroplastik steckt in etlichen Produkten, die wir alltäglich nutzen. Du wirst überrascht sein! Dass die winzigen Teilchen vor allem in Kosmetika und sonstigen Pflegeprodukten stecken ist ja mittlerweile bekannt. Durch das nutzen von Peelings oder auch Zahncreme, gelangen winzige Plastikkügelchen in den Abfluss. Die Partikel sind manchmal mit dem bloßen Auge gar nicht zu sehen. Aufgrund ihrer Größe können sie von den Abwasseranlagen nicht herausgefiltert werden, wodurch sie ihren Weg in etliche Gewässer finden.

Aber wusstest Du, dass Mikroplastik auch in Bier stecken kann? Wer hätte das gedacht. Zu erklären ist dies dadurch, dass manche Brauereien dem Bier Kunststoffgranulate (PVPP) beifügen, um die Klarheit des Getränks zu verlängern. Letztlich filtern sie es wieder heraus, es besteht jedoch immer das Risiko, das Rückstände bleiben. (t-online.de) Abgesehen davon hat das NDR Wirtschafts- und Verbrauchermagazins „Markt“ verschiedene Biere und Mineralwasser untersucht und dort vermehrt Mikrofasern festgestellt. Zu erklären sei dies, durch die Plastikartikel, die nach der Filterung der Kläranlagen im Wasser verbleiben und so bei der Herstellung die Getränke verunreinigen. Leider sind noch viele weitere Lebensmittel, wie Honig oder Salz von Mikroplastik belastet.

Nach der schockierenden Nachricht, dass Mikroplastik sogar schon im menschlichen Körper gefunden wurde, konnte es nun sogar schon im Schnee der Arktis nachgewiesen werden – ein Ort an dem keine Menschenseele lebt.

„We’ve got plastics in the sea-ice. We’ve got plastics in the ocean and on the beaches. Now plastic in snow.“ (bbc.com)

Ecotanka

Im letzten Monat haben BBC und die Tagesschau diesbezüglich berichtet. Forscher des Alfred-Wegener-Instituts nahmen an verschiedenen Orten der Erde Proben vom Schnee und eben auch aus der weit abgelegten Arktis. Die Wissenschaftler haben dabei übrigens eine ECOtanka Edelstahl Trinkflaschen verwendet – sie eignen sich also nicht nur für nachhaltiges und hygienisches Trinken, sondern auch um absolut sterile Proben zu nehmen. Hier erfährst Du mehr über die ECOtanka. Aber wieder zurück zum Thema. Die Auswertung der Proben ergab, dass sich in einem Liter geschmolzenen Schnee aus der Arktis bis zu 14.400 Plastikpartikel nachweisen lassen. In Schneeproben aus den Alpen, lag der Höchstwert sogar bei 154.000 Plastikpartikeln pro Liter. Ergebnisse, die selbst die Forscher überrascht wie auch erschrocken haben. Aber wie kann das sein? Da in der Arktis wie gesagt keine Menschen leben, seien die Ergebnisse nur so zu erklären: „Mikroplastik findet sich unter anderem in Lacken von Häusern, Autos, Schiffen oder Anlagen auf See. Die Partikel gelangen in die Luft. Sie werden dann über den Schnee ausgewaschen. So überwindet das Mikroplastik weite Distanzen.“ (tagesschau.de) Mikroplastik befindet sich also bereits in der Luft. In Proben aus anderen Regionen ließen sich auch jede Menge Kunststofffasern nachweisen, die sich von verschiedenen Textilien und Klamotten gelöst haben.

Mikroplastik im Schnee

Quelle: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-581281.html

Die langfristigen Folgen sind noch nicht absehbar

Was bisher bekannt ist, ist das Mikroplastik im Meer, Meeresbewohner krankmachen kann. Die winzigen Teilchen saugen neben Bakterien und Krankheitserreger auch giftige Stoffe auf, welche wiederum von anderen Lebewesen verzehrt werden. Gelangt Mikroplastik auf diese Weise in den Körper eines Fisches, dann können die schädlichen Stoffe letztlich auch in unseren Körper landen. Welche langfristigen Folgen hat Mikroplastik für unsere Ökosysteme? Eine Frage, die selbst Forscher nur schwer beantworten können, denn die langfristigen Folgen und Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt sind noch nicht ausreichend erforscht. Eins ist aber klar, geht es unserer Umwelt durch die Plastikverschmutzung schlecht, dann wird es sich auch auf alle Lebewesen auswirken und somit auch auf uns Menschen. Letztlich hängt alles miteinander zusammen.

So kannst Du Dich vor Mikroplastik schützen

Da wir leider erfahren haben, dass Mikroplastik sogar schon in der Luft schwebt, ist ein Schutz nicht zu 100% möglich. Dennoch haben wir hier einige Tipps für Dich, die Dir dabei helfen die kleinen Partikel zu vermeiden bzw. nicht selbst zu verbreiten.

  • Kaufe keine Pflegeprodukte oder Kosmetika die Mikroplastik beinhalten
  • Verzichte auf Plastikverpackungen
  • Vermeide Kleidung aus Synthetikfasern (Mikrofaser, Polyester, Elasthan, Nylon), denn bei jedem Waschmaschinengang verlieren sie kleine Faserteilchen, welche nicht herausfilterbar sind und letztlich durch dir Kläranlagen in die Gewässer gelangen
  • Auch auf Weichspüler solltest Du verzichten, denn dieser soll nachweislich das Lösen der Kunstfasern begünstigen (utopia.de)
  • Auf herkömmliche Kaugummis verzichten, denn auch sie enthalten Polymere
  • Als Frau solltest Du beim Kauf von Mascara und Nagellacken auch auf die Inhaltsstoffe achten, am besten Du greifst zu geprüfter Naturkosmetik (smarticular.net)

Wir hoffen, Du konntest einiges aus unserem Beitrag mitnehmen und eine Überblick über das Problem mit Mikroplastik gewinnen. Teile uns gerne in einem Kommentar Deine Meinung zu diesem Thema mit.

 

 

 

Quellen:

https://utopia.de/ratgeber/tipps-gegen-mikroplastik/

https://www.bund.net/themen/meere/mikroplastik/hintergrund/

https://www.t-online.de/leben/id_83696202/si_5/in-diesen-produkten-wuerden-sie-plastik-wohl-nicht-erwarten.html

https://www.smarticular.net/mikroplastik-liste-definition-in-kosmetik-vermeiden-alternativen/

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-581281.html

https://www.bbc.com/news/science-environment-49295051